Mittwochsmusik im Februar: Ciacona und Passacaglia

By | 1. Februar 2019

Das Programm im Februar steht im Zeichen von zwei der großen Variationsformen der Musikgeschichte – beide werden diesmal exemplarisch vorgestellt.

Die Ciacona gehört urprünglich zu den harmonie-konstanten Variationsformen – sprich: Über einer gleichbleibenden Akkordfolge bauen sich die Veränderungen auf. Allerdings hat sich im Laufe der Geschichte die Ciacona weiter entwickelt, hin zu den imitatorischen Satzarten.

Zu dieser späten Gattung zählt auch Johann Sebastian Bachs d-moll-Ciacona für Orgel. Das zugrunde liegende harmonikale Schema ist zwar erahnbar, wird aber zugunsten der polyphonen Stimmführung frei behandelt. Der für die Ciacona typische Taktwechsel (4-er im ersten, 3-er im zweiten Teil) bleibt hingegen auch in Bachs Beitrag zu dieser Gattung beibehalten.

Die Passacaglia hingegen stellt eine Reihe von Variationen über einer ostinaten (immer wiederkehrenden) Basslinie dar. Im Laufe der Generationen sind auf Grundlage dieses Prinzips regelrechte Zyklen entstanden, deren Gipfel in der Orgelliteratur vielleicht von Max Reger geschaffen wurde.

Auf dem Programm steht eine knapp gefasste Passacaglia auf der Feder Regers. Er schrieb sie als Beitrag zu einem Sammelband von Orgelmusik und hielt sie für eine Gelegenheitsarbeit, der er nicht einmal eine Opuszahl gab.

Gemessen an den „Ton-Gebirgen“ der Riesen-Passacaglien aus seinen opp. 96 oder 127 ist das d-moll Stück diese Konzerts überschaubar. Dennoch enthält es die für Reger charakteristischen Merkmale der Entwicklung, der Steigerung, der Klanglichkeit.

Quelle: Wikipedia

Bach wiederum hat lediglich ein einziges Stück dieser Gattung für Orgel geschrieben: Die Passacaglia in c-moll, BWV 582. Diese wiederum ist bis heute des Referenz der Passacaglienschaffens bis hin zu Reger. Mit dem anschließenden „Thema fugatum“, einer großen Doppelfuge, gehört Bachs Beitrag nach wie vor zu den gewichtigsten Beiträgen der Gattung. Erst Reger wird im frühen 20. Jahrhundert Werke dieser Form schaffen, die die Höhe der Bachschen Passacaglia erreichen.